Das Einflussgebiet
des Regionalparks Škocjanske jame gliedert sich
im Großen und Ganzen in die Gebirgslandschaft
des Snežnik, das Rekatal, das Hügelland Brkini
und die Randzone des Parks und umfasst mit 450
km2 das gesamte Einzugsgebiet der Reka. Es liegt
am südwestlichen Fuß der hohen Sperre der Dinarischen
Hochebenen, am ausgedehnten Kontakt von wasserdurchlässigen
(Karst) und wasserundurchlässigen Gesteinsschichten
(Flysch). Über dem gesamten Gebiet erhebt sich
der 1796 m hohe Snežnik, der höchste, nicht zu
den Alpen zählende Gipfel in Slowenien.
In der Gebirgslandschaft des Snežnik
verläuft die Wasserscheide zwischen dem Schwarzen
Meer und der Adria. Das Gebiet ist auch für eine
reiche Fauna und ausgedehnte, ziemlich unberührte
Wälder bekannt. Die schwer zugänglichen Wälder
bieten auch zahlreichen seltenen und großartigen
Tierarten wie Bär, Wolf und Luchs, den drei größten
europäischen Raubtieren, einen Lebensraum. Der
Großteil der Landschaft ist in das europäische
Netzwerk ökologisch bedeutender Schutzgebiete Natura
2000 eingebunden.
Der Mittelpunkt dieser Landschaft ist Ilirska
Bistrica, dessen alter Stadtkern aus dem 14.
Jh. stammt. Eine Besonderheit dieser Kleinstadt
ist die Verflechtung volkstümlicher Baukunst
aus dem 19. Jh. mit Handels-, Geschäfts- und
Verwaltungsbauten. Mühlen und Sägewerke datieren
aus der Zeit vom 17. bis 20. Jh. Für den Ort
war vor allem das Sägehandwerk von Bedeutung.
Hier wurde auch der Bienenzüchter Anton Žnidaršiè,
der Konstrukteur des AŽ-Bienenstocks, geboren.
Snežnik.
Das Rekatal war
in der Vergangenheit hauptsächlich vom Handwerk
geprägt, das mit der Wasserkraft der Reka und
deren Zuflüssen verbunden war – von Mühlen und
Sägewerken. Zu diesem Zweck und vor allem wegen
des geringen Gefälles der Reka legten die Müller
zahlreiche Wehren und Mühlbäche an, die Mühlsteine
kamen aus Istrien. Es gibt noch ein paar erhaltene
Gebäude, die von dem Handwerk entlang der Reka
zeugen. Von den renovierten Mühlen sind die Novak-Mühle
unterhalb des Dorfs Smrje und die Hodnik-Mühle
in Ilirska Bistrica erwähnenswert.
Das Rekatal ist auch ein ornithologisch bedeutendes
Gebiet, da auf den feuchten, zeitweise überschwemmten
Wiesen Amsel und Zwergrohrdommel nisten. Dieser
Teil des Gebiets ist in das Netzwerk Natura
2000 eingebunden.
Auf der anderen Seite der Reka erstreckt sich
das aus Flysch bestehende Hügelland Brkini,
das stellenweise eine Höhe von über 800 m erreicht.
Wegen der günstigen klimatischen und pedologischen
Verhältnisse gedeiht Obst, vor allem Äpfel
und Zwetschgen, sehr gut. Aus letzteren wird
der bekannte Brkini-Sliwowitz erzeugt.
Burg Castle
Unter den ältesten Ausgrabungsstätten in den
Brkini ist eine Höhensiedlung bei Jelše aus der
späten Bronzezeit zu erwähnen. Mit ihrer strategisch
günstigen Lage besticht die mittelalterliche
Burg Prem, die einen Gutteil des zentralen Laufs
der Reka beherrscht. Heute beherbergt sie eine
Dauerausstellung über vorgeschichtliche Höhensiedlungen.
Im Dorf Prem steht das Geburtshaus von Dragotin
Kette, einem großen Dichter der slowenischen
Moderne, mit einem Gedenkzimmer. In Podgrad pri
Vremah liegt die mittelalterliche Burg Završnik.
Erwähnenswert sind auch die Perchten, die mit
typischen Masken in der Faschingszeit wiederaufleben.
Dorf Suhorje.
In der Randzone des Einflussgebietes sind die
vorgeschichtlichen Höhensiedlungen bei Kaèièe
und Famlje (Stari grad) und bei Škoflje Reste
einer mittelalterlichen Befestigung (Tabor) zu
finden. In Vremski Britof, dem Geburtsort des
Erzählers, Publizisten und Psychiaters Bogomir
Magajna, erhebt sich über der Reka die mächtige
gotische, später barockisierte Pfarrkirche Mariä
Himmelfahrt. Hier liegt auch ein ehemaliges Fuhrmann-Gasthaus
mit außergewöhnlichen Steinmetzarbeiten.
Fresken in der gotischen Kirche
St. Helena.
Fresken bedecken die Schiffswände in der gotischen
Kirche St. Helena in Gradišèe aus dem 15. Jh.
Die Ankunft der Hl. Drei Könige und der Passionszyklus
sind den Fresken in der Kirche von Hrastovlje
ähnlich und stellen den Höhepunkt der Malerei
der istrischen Werkstatt des Meisters Janez aus
Kastav dar. Das Presbyterium der Kirche St. Thomas
in Famlje schmücken Fresken im Stil der norditalienischen
(friaulischen) Malerei des frühen Quattrocento.
Auf dem Gebiet der volkstümlichen Baukunst ist
noch ein Bauernhaus in Naklo Nr. 14 erwähnenswert,
ein Kulturdenkmal lokaler Bedeutung. Eine Besonderheit
stellt der Eiskeller beim Haus Kaèièe Nr. 27
dar, der um das Jahr 1860 gebaut wurde, mit einer
Tiefe von 19 m und einem Durchmesser von 17 m
der größte Eiskeller in der weiteren Umgebung.
Wirtschaftliche Bedeutung hatte auch ein Bergwerk,
in dem Steinkohle abgebaut wurde.
Prepared
by: Darja Kranjc, Borut Peric
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