Die
Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes
der Welt, die von der Generalversammlung
der UNESCO am 16. November 1972 in Paris
verabschiedet wurde und 1976 in Kraft trat,
hat das Ziel, das Kultur- und Naturerbe
von weltweiter Bedeutung zu identifizieren,
zu schützen, zu erhalten, zu popularisieren
und an die künftigen Generationen weiterzugeben.
Die Höhlen von Škocjan wurden am 28. November
1986 in die UNESCO-Liste des Welterbes
aufgenommen.
Die Höhlen von Škocjan stellen
vor allem eine an die Seite von Grand
Canyon, Großem
Barriereriff, Galapagosinseln, Mount Everest
... gestellte Naturerscheinung von außergewöhnlichem
universellem Wert dar.
Begründung der
Kriterien für Gebiete des Weltnaturerbes:
Größter bisher bekannter unterirdischer
Canon der Welt (UNESCO-Kriterium a-i, a-iii)
Beispiel
eines Kontaktkarstes, der sich am Kontakt von Flysch
und Kalksteinen gebildet hat; die Speläologen
stützten sich bei der Beschreibung von Einsturzdolinen
auf die Velika dolina und Mala dolina, der
Ausdruck wird in der internationalen Karstterminologie
verwendet; auf engem Raum sind zahlreiche
Karsterscheinungen entstanden (Ponore, Naturbrücken,
Schlucht, Kolke, Einsturzdolinen, Schachthöhlen,
unterirdischer Canon, mit Sinter überzogene
Höhlengänge, Quellen) (UNESCO-Kriterium a-i)
Velika dolina
und Mala dolina, Schwinde und unterirdischer
Canon sind Beispiele außergewöhnlicher
Naturschönheit und von großer ästhetischer Bedeutung (UNESCO-Kriterium
a-iii)
Aufgrund der
besonderen mikroklimatischen Verhältnisse
hat sich in der Velika dolina und Mala dolina
ein außergewöhnliches Ökosystem entwickelt,
in dem sich mediterrane, submediterrane,
mitteleuropäische, illyrische und alpine
biogeographische Elemente verflechten. Nebeneinander
gedeihen so beispielsweise alpine (z. B.
Aurikel) und mediterrane Arten (z. B. Venushaar).
Alpine Arten fanden auf dem kühleren Boden
der Einsturzdolinen ein Rückzugsgebiet vor
Warmzeiten nach den Eiszeiten (glaziale Relikte)
(UNESCO-Kriterium a-ii, a-iv)
Die
Velika dolina ist ein typischer Standort
von Justins Glockenblume (Campanula
justiniana), die nur im Südwesten Sloweniens
gedeiht (endemische Pflanze), unter
den bedrohten Tierarten finden sich
insbesondere Fledermäuse und Höhlentiere
(UNESCO-Kriterium a-iv)
Das
Gebiet ist auch von großer
kulturhistorischer Bedeutung, zumal es seit der Mittelsteinzeit
besiedelt ist. Das langfristige Nebeneinander
von Natur und Mensch kommt in einer
typischen Karstkulturlandschaft mit
subtilem Siedlungsmodell und Karstbauerbe
zum Ausdruck. Das Gebiet ist aus der
Sicht der grundlegenden Erforschung
des Karstes und der Karsterscheinungen
mindestens vom 17. Jh. (Valvasor) bis
heute von historischer Bedeutung. Bedeutend
ist auch die aufschlussreiche Rolle
der Höhlen von Škocjan für die Zeit
der Anlage der Besichtigungswege.
Größter bisher
bekannter unterirdischer Canon der
Welt, Rauschende Höhle mit Cerkvenik-Brücke,
die den Canon in 45 m Höhe überspannt
(Foto: B. Lozej)