Die
ersten schriftlichen Quellen über die Höhlen
von Škocjan stammen aus dem 2. Jahrhundert v.
u. Z. Auch J. W. Valvasor beschreibt im Jahr
1689 den Ponor der Reka und deren unterirdischen
Lauf. Im 19. Jahrhundert begann die planmäßige
Erforschung der Höhlen, 1890 erreichte man den
Toten See (Mrtvo jezero). Das letzte größere
Ereignis stellte 1904 die Entdeckung der Stillen
Höhle (Tiha jama) dar, zu der Einheimische über
eine 60 m hohe Wand aus der Müllerhalle kletterten.
Das nächste größere Ereignis fand 1990 statt,
fast 100 Jahre nach der Entdeckung des Toten
Sees. Slowenische Taucher durchschwammen den
Siphon „Ledeni dihnik“ und entdeckten mehr als
200 m neue Höhlengänge.
Die archäologischen
Funde aus der Kupfer- und Frühbronzezeit (cca.
3000 – 1700 v. u. Z.) zeugen vom Aufenthalt der
Menschen auf dem Gebiet von Škocjan. Daraus kann
man schließen, dass die Menschen hier schon über
5000 Jahre leben.
Von der Antike
bis zur Zeit Valvasors
Die ersten Aufzeichnungen
über die Höhle von Škocjan stammen aus der Antike.
Posidonius von Apamea (135 – 50 v. Chr.) berichtet,
dass der „Fluss Timavus aus den Bergen quillt,
in eine Höhle stürzt und, nachdem er unterirdisch
etwa 130 Stadien durchströmt, beim Meer auftaucht.“
Die Höhlen von Škocjan sind bereits auf den ältesten
gedruckten Landkarten dieses Teils der Welt eingezeichnet
(Lazius–Ortelius 1561, Mercators Novus Atlas 1637).
Natürlich konnte auch J. W. Valvasor an einem so
bedeutenden Phänomen nicht vorbeigehen. In seiner
Chronik Die Ehre des Hertzogthums Crain (1689)
veröffentlichte er eine Darstellung des Ponors
der Reka, deren unterirdischen Lauf er näher behandelte.
Dass die Höhlen auch im 18. Jahrhundert zu den
bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung von
Triest zählten, bestätigt die Bestellung einiger
Veduten an den französischen Maler F. Cassau (1782).
Dessen Bilder zeigen, dass die Sohle der Velika
dolina schon damals besucht wurde.
Valvasors Kupferstich von
Škocjan
Beginn des Höhlentourismus
Es ist schwer zu
sagen, wann der eigentliche Fremdenverkehr in den
Höhlen von Škocjan begann. Nach älteren Angaben
ließ der Landesrat Matej Tominc (nach diesem wurde
die Tominc-Höhle benannt) 1819 die Stufen zur Sohle
der Velika dolina anlegen (nach anderen Quellen
reparieren). Bei der Gelegenheit wurde am 1. Januar
1819 ein Gästebuch eingeführt. Dieses Datum kann
als Beginn des modernen Tourismus in den Höhlen
von Škocjan angesehen werden.
Die ersten Forscher behalfen
sich bei der Entdeckung der Höhle mit Fackeln,
womit die riesigen Höhlenräume natürlich nicht
zur Gänze ausgeleuchtet werden konnten. Auf dem
Bild eine Szene bei den Sinterbecken in der Müllerhalle.
Forschungen nach
1800
Im 19. Jahrhundert
wurde mit der Erforschung der Höhlen von Škocjan
begonnen, die bis Ende des Jahrhunderts abgeschlossen
war. Die erste Anstoß für die Forscher, zu versuchen,
dem Lauf der Reka im Untergrund zu folgen, war
die Wasserversorgung von Triest. Einerseits die
tiefen Schächte und andererseits die Höhlen von
Škocjan erforschend, folgten sie der unterirdischen
Reka. 1839 begann Ivan Svetina, ein Brunnenmeister
aus Triest, mit den Erkundungen und erreichte 1840,
etwa 150 m vom Ponor in der Velika dolina entfernt,
den 3. Wasserfall. Die folgenden Forschungen zwischen
1851 und 1852 leitete Adolf Schmidl mit einer von
Ivan Rudolf angeführten Gruppe von Bergmännern
aus Idrija. Sie drangen knapp 500 m bis zum 4.,
möglicherweise 6. Wasserfall weit vor. Dort riss
die plötzlich angeschwollene Reka ihre Ausrüstung
und alle drei Boote fort, womit auch ihr Unternehmen
zu Ende war.
Beginn systematischer
Forschungen
Einen Wendepunkt in der Erforschung der Höhlen
von Škocjan bedeutete 1884 die Gründung einer
Höhlenforscherabteilung bei der Sektion des Deutschen
und Österreichischen Alpenvereins für das Küstenland
in Triest, die die Höhlen noch im selben Jahr
in Pacht erhielt. Unter der Leitung des „Höhlentriumvirats“
(Anton Hanke, Josip Marinitsch und Friedrich
Müller) und mit der Hilfe von Einheimischen (Jože
Antonèiè, Jurij Cerkvenik-Gomboè, Franc Žnideršiè,
Pavel Antonèiè, Jože Cerkvenik und Janez Delez)
wurde begonnen, entlang der Reka systematisch
vorzudringen und die Höhlen zu erforschen. Im
ersten Jahr konnte schon der 6. Wasserfall, die
Schlüsselstelle des Unternehmens, und 1887 der
14. Wasserfall im Hankekanal überwunden werden,
1890 wurde die Martelhalle entdeckt und am 5.
Oktober desselben Jahres, knapp 1700 m vom letzten
Ponor entfernt, das Ufer des Toten Sees erreicht.
Das letzte größere Ereignis war 1904 die Entdeckung
der Stillen Höhle, zu der vier Einheimische von
der Müllerhalle über eine 60 m hohe Wand kletterten.
Damit war, zumindest für die damalige Zeit, die
Erforschung der Höhlen beendet.
Am Ende der über 100 m hohen
Martelhalle berührt die Höhlendecke fast die Oberfläche
der Reka.
Neuere Entdeckungen
Fast 100 Jahre sollten
ohne bedeutendere Forschungen oder Entdeckungen
vergehen, als es den slowenischen Höhlentauchern
Janko Brajnik und Samo Morel am 15. September 1991
gelang, den Siphon im Marchesetti-See knapp vor
dem Toten See zu durchschwimmen. Hinter dem Siphon
entdeckten sie neue, große Gänge mit der unterirdischen
Reka und Seen. Damit beginnt ein neues Kapitel:
entlang der unterirdischen Reka bis zu den knapp
einen Kilometer entfernten, von der Reka ebenso
durchflossenen Gängen der Kaèna jama vorzudringen.
100 Jahre nach der Entdeckung
des Toten Sees, des damaligen „Höhlenendes“, durchschwammen
die Taucher 1991 den Siphon „Ledeni dihnik“ und
entdeckten neue Höhlenteile (Foto: Arne Hodaliè).
Forschungschronologie
Chronologie der Erforschung
des unterirdischen Canons der Reka in den vergangenen
200 Jahren
Chronologie
der Erforschung der Höhlen von Škocjan und der
Quellen des Timavo:
3,000
– 1,700 B.C.
Besiedlung
der
Höhlen Tominèeva
jama und Ozka špilja
menschliche
Behausungen
(archäologische Funde)
4th
century B.C.
schriftliche
Quellen
Pseudo Skilax
135
– 50 B.C.
schriftliche
Quellen
Poseidonius
1599
erster
Driftungsversuch
Imperato
1815
Mahorèiè-Höhle
Eggenhofer
1839
Rudolfhöhle
Ivan
Svetina, Ivan Rudolf
1851
Müllerhalle
Adolf
Schmidl
1888
erste
Höhlenkarte
Anton
Hanke
1890
Toter
See (Siphon)
A.
Hanke, F. Müller, J. Mariniè, P. Antonèiè,
the Cerkvenik brothers
1904
Stille
Höhle
Anton,
Franc in Jože Cerkvenik, Jože Nedoh
1991
Entdeckung
neuer
Höhlenteile hinter dem Toten See
Janko
Brajnik, Samo Morel
Zusammengestellt von:
Samo Šturm, Tomaž Zorman, Borut Peric
Quellen:
Kranjc, Andrej (2002): Zgodovinski
pregled in opis jam (A Historical Overview and
Description of the Caves), in the monograph Park
Škocjanske jame (The Škocjan Caves Park), published
by the Škocjan Caves Park.
Kranjc, Andrej: Zgodovina odkrivanja jam (A History of Cave Exploration),
brochure of the museum collection in the Jurjev barn in the village
of Škocjan, published by the Škocjan Caves Park.